DIE RINGE UND DIE OLYMPISCHE FLAGGE

Die olympische Flagge hat einen weißen Hintergrund, keinen Rand und in der Mitte fünf ineinander verschlungene Ringe, die in zwei übereinander liegenden Reihen angeordnet sind, eine mit drei Ringen (von links nach rechts: blau, schwarz und rot) und die andere mit zwei Ringen (gelb und grün). Das offizielle Modell ist die 2,06 m lange und 60 cm breite Flagge, die von Baron Pierre de Coubertin entworfen wurde. Sie wurde von ihrem Autor auf der 17. Sitzung des IOC vorgestellt, die 1914 anlässlich des Olympischen Kongresses zum 20. Jahrestag der Wiedereinführung der Olympischen Spiele und der Gründung des Internationalen Olympischen Komitees am 23. Juni 1894 an der Sorbonne in Paris stattfand.

Während die Ringe die fünf Kontinente der Welt repräsentieren, wurden die sechs Farben (einschließlich des weißen Hintergrunds) so gewählt, dass sie in allen damaligen Flaggen der Welt zu finden waren und jedes Land eine seiner Nationalfarben erkennen konnte (was im Großen und Ganzen auch heute noch der Fall ist). Entgegen der landläufigen Meinung beziehen sich die Farben der Ringe also nicht auf einen bestimmten Kontinent, sondern bedeuten ihre Vereinigung durch den Sport und das Zusammentreffen von Athleten aus aller Welt bei den Olympischen Spielen.

Erst 1920 wehte die Flagge der Ringe in einem Olympiastadion, und zwar bei den Spielen der VII. Olympiade in Antwerpen, wo der belgische Fechter Victor Boin zum ersten Mal den olympischen Eid ablegte.
Eine imposante olympische Flagge wird nun während der Eröffnungsfeier in einem symbolischen Ritual gehisst, bei dem nationale Sportlegenden auftreten. Die Flagge wird während der gesamten Dauer der Spiele gut sichtbar über dem Olympiastadion gehisst und bei der Abschlusszeremonie vom Bürgermeister der Gastgeberstadt an den Bürgermeister der Stadt übergeben, die die nächsten Spiele ausrichtet.

Die ursprüngliche olympische Flagge wurde 1915 vom Rathaus von Lausanne übernommen, als sich das IOC dort niederließ und in der neutralen Schweiz einen Zufluchtsort vor den Wirren einer chaotischen Welt fand. Seitdem hat die Stadt Waadt die Flagge fest übernommen.

Die ursprüngliche olympische Flagge enthielt auch das Motto: Citius, Altius, Fortius, ein lateinischer Ausdruck, der „schneller, höher, stärker“ bedeutet. Es war der Dominikanerpater Henri Martin
Didon (17. März 1840 – 13. März 1900), Prior der Albert-le-Grand-Schule in Arcueil, der dieses Triptychon entworfen hatte. Diese herausragende Persönlichkeit der Sportgeschichte, die Coubertin nahestand, sprach den lateinischen Satz am 7. März 1891 in Arcueil anlässlich seiner Rede zum Abschluss der ersten Meisterschaften der „Association Athlétique de l’Ecole Albert-le-Grand“.

Das olympische Motto passt also perfekt zu einer der olympischen Zielsetzungen: Sport und Olympismus als pädagogisches Instrument.
Die olympische Flagge, hinter der die beiden deutschen Staaten zwischen 1956 und 1964 als eine einzige Delegation marschierten, erfüllte ebenso wie die Flamme ihre symbolische Funktion.

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